Demnächst…(3)
30. September 2009Vorschau auf das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Russland am 10. Oktober 2009.
Vorschau auf das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Russland am 10. Oktober 2009.
Analyse und Kommentar zur Europa League und dem Abschneiden der deutschen Teams
Analyse und Kommentar zur Champions League und dem Abschneiden der deutschen Teams
Hier entsteht nun nach den Spielen in der deutschen Bundesliga eine Analyse bzw. ein Kommentar zu einem bestimmten Thema. Ich hoffe sie wird euch ein wenig gefallen.
Das Spiel der kleinen Dreiecke
Wer sich das Spiel Hoffenheim gegen Hertha BSC Berlin live im TV oder wie ich sogar live im Stadion angesehen hat, der musste schon nach kurzer Zeit erkennen, dass Lucien Favre leider nicht mehr zu halten sein würde. Dies liegt nicht an seiner fachlichen Kompetenz, die er zweifelsohne besitzt. Dies liegt viel mehr daran, dass er sein Team in der vorangehenden Woche nicht mehr erreicht hat, trotz aller Maßnahmen, die ergriffen wurden.
Wie soll die Hertha nun aber wieder nach oben kommen? Vergleicht man die Spielweise der Hertha mit der von Hoffenheim, so fällt einem sofort auf, dass die TSG weitaus aggressiver in die Zweikämpfe geht und ebenso auf den gegnerischen ballführenden Spieler. Bei den Berlinern muss man sich nur das erste Gegentor betrachten, als aus einer harmlosen Szene im Mittelfeld die Hoffenheimer, durch Begleitschutz der Berliner, spielerisch leicht in den Strafraum gelangen und zum 1:0 unbedrängt abschließen können. Sicherlich sind fast alle Tore sensationell herausgespielt worden, hätten aber ebenso leicht durch aggressives Zweikampferhalten verhindert werden können. Das einzig positive an diesem Spiel war auch nur, dass eine hervorragende Aufbauhilfe für den Spieler Ibisevic betrieben wurde, für den auch ich mich freue, dass er nach seiner schweren Verletzung endlich wieder Tore geschossen hat. Das waren 21 Minuten großartige Therapie für ihn.
Ein weiteres schwerwiegendes Manko bei Berlin ist es, dass der ballführende eigene Mitspieler im wahrsten Sinne des Wortes “die ärmste Sau am Platz” ist. Es gibt keinerlei Hilfestellung von Mitspielern, es wird sich nicht angeboten, wodurch klar wird, dass das Spiel ohne Ball in der Vorwärts- sowie in der Rückwärtsbewegung einfach mangelhaft ist. Eine einfache Regel für das Spiel mit Ball ist es, immer kleine Dreiecke aufzubauen. Die Eckpunkte dieser Dreiecke stellen jeweils Spieler dar, wobei ein Spieler sich im Ballbesitz befindet und die anderen beiden Spieler seine Mitspieler sind. Der ballführende Spieler besitzt somit immer zwei Anspielmöglichkeiten. Natürlich kann man nun sagen, dass man diese zustellen kann. Dies ist in der Praxis jedoch nur sehr schwer möglich, da durch das Zustellen dieser Passwege wieder neue Lücken frei werden, in denen sich neue Dreiecke bilden können oder in die der ballführende Spieler mit einem Dribbling (soweit er dazu fähig ist ;P) stoßen kann.
Dies sind die beiden Hauptschwachstellen, die sich im Spiel der Berliner dringend ändern müssen, wobei vollkommen außer Frage steht, dass sie ihre Einstellung grundlegend überdenken müssen. Ihre Ausrede wurde ihnen nun genommen. Jetzt liegt es nur noch an ihnen. Die Hertha besitzt sicherlich nicht mehr das Format der letzten Saison, aber ein Abstiegskandidat sollten sie mit dieser Mannschaft eigentlich auch nicht sein. Zwei Kritikpunkte gibt es jedoch noch: Erstens war es ein Unding, wie mit Dieter Hoeness verfahren wurde, der die Hertha über Jahre geprägt hat. Zweitens war die Transferpolitik in diesem Sommer einfach unglaublich mies. Die Schwachstellen in der Mannschaft konnten nicht behoben werden. Es wurde kein Außenverteidiger geholt, stattdessen tummeln sich nun mehrere Innenverteidiger auf dieser Position. Dazu wurden die wichtigsten Spieler abgegeben, die die Hierarchie bestimmt haben, jedoch kein erfahrener Spieler dazu geholt. Auf der Stürmerposition könnte man nun mit Ramos Glück gehabt haben, jedoch hätte man sich im Sommer ebenfalls mit international gestandenen Stümern wie Makaay und Smolarek, die günstig, weil nicht mehr in ihren Mannschaften benötigt, zu haben gewesen wären, beschäftigen sollen. Warten wir nun mal die Trainersuche ab, wobei ich eindeutig Hans Meyer in dieser Situation bevorzugen würde, da er es auch versteht mit der Medienlandschaft in Berlin umzugehen.